Ein volles Regal wirkt zunächst wie ein Zeichen von Wohlstand, doch mit jeder zusätzlichen Sache steigt auch der Aufwand, den Überblick zu behalten. Irgendwann weiß man nicht mehr genau, was tatsächlich im Haushalt vorhanden ist, und kauft aus Unsicherheit Dinge nach, die eigentlich schon längst vorhanden wären.
Weniger als bewusste Entscheidung
Die Menge an Dingen im Haushalt bewusst geringzuhalten, ist keine Frage von Verzicht, sondern von Klarheit. Wer weniger besitzt, kann jedes einzelne Stück besser kennen, weiß, wo es liegt, und hat es auch tatsächlich zur Hand, wenn es gebraucht wird, statt es unter vielem anderem zu verlieren.
Ein guter Anfang ist, sich regelmäßig eine einfache Frage zu stellen: Welche Dinge im Haushalt wurden im letzten Jahr überhaupt nicht verwendet. Diese Frage macht schnell sichtbar, wo sich unnötiger Ballast angesammelt hat, ohne dass man dafür jeden einzelnen Gegenstand lange bewerten müsste.
Weniger Dinge zu besitzen erleichtert auch das Aufräumen im Alltag erheblich. Jedes Stück hat einen klaren Platz, und es dauert deutlich weniger Zeit, alles wieder an seinen Ort zu bringen, wenn insgesamt weniger vorhanden ist, das überhaupt einen Platz braucht.
Diese Haltung wirkt sich auch auf künftige Käufe aus. Wer weiß, wie viel Ruhe ein übersichtlicher Haushalt schenkt, überlegt bei einer neuen Anschaffung automatisch genauer, ob sie diesen Wert tatsächlich rechtfertigt oder eher zusätzliche Unordnung ins Zuhause bringt.
Am Ende entsteht ein Zuhause, das leichter zu überschauen und zu pflegen ist, mit Dingen, die tatsächlich gebraucht und geschätzt werden, statt nur Platz zu belegen.
Ein guter Zeitpunkt für diese Überlegung ist der Wechsel der Jahreszeiten, wenn ohnehin Kästen und Kisten durchgesehen werden. Heuer lässt sich dieser Anlass gleich nutzen, um kritisch zu prüfen, welche Dinge in der vergangenen Saison tatsächlich gebraucht wurden und welche nur ungenutzt Platz eingenommen haben.
Diese regelmäßige Durchsicht muss keine große Aktion sein, ein kurzer Blick in jeden Kasten reicht meist schon aus. Wichtig ist vor allem, dass sie tatsächlich stattfindet und nicht dauernd verschoben wird, denn nur so bleibt der Überblick über die Zeit hinweg wirklich erhalten.